Me, myself & I – Von der ach so komplizierten Suche nach dem Ich

Seit einiger Zeit geistert ein Trend durch die Medienlandschaft: Die Suche nach dem Selbst. Nie zuvor schien es so kompliziert zu sein, dieses merkwürdige Wesen namens „Ich“ zu finden, mit dem man ja schließlich sein ganzes Leben verbringen soll.

Ich – das Lieblingswort unserer Generation?
Ich – das Lieblingswort unserer Generation?

Glaubt man den Zeitschriften, so ist es heute wahnsinnig schwer, das zu machen, was man will und so zu sein, wie man wirklich ist. So viele Dinge hindern uns daran: Der Arbeitgeber, dem wir Tag und Nacht zur Verfügung stehen sollen und der uns von der Work-Life-Balance abhält, die Familie, die uns vom verdienten Nichtstun abhält, die Erwartungen von Facebook, Twitter & Co., ständig etwas aufregendes teilen zu müssen, das mangelnde Selbstbewusstsein, einfach mal „Nein“ zu sagen und und und…

Dabei hagelt es Tipps und Tricks und anscheinend ist es ja so einfach, sich selbst zu finden: Einfach die langersehnte Weltreise buchen, einfach den sicheren Job schmeißen und den langgehegten Wunsch, Cupcakecafébesitzer/Entwicklungshelfer/Stripteasetänzer zu werden, erfüllen, einfach glücklicher sein.

Versteht mich nicht falsch, ich habe nichts dagegen, wenn jemand seinen unbefriedigenden Job kündigt und etwas macht, was ihn glücklich macht. Ich habe auch nichts dagegen, wenn jemand die Welt entdecken will und rund um den Globus reist. Was mir nicht gefällt, ist der Umstand, dass es momentan anscheinend „in“ ist, mit seinem Lebens unzufrieden zu sein.  Anscheinend fehlt wirklich vielen Menschen der Mut und das Selbstbewusstsein, das zu tun, was ihnen gefällt und was ihnen gut tut, sodass diese immense Menge an Ratgeberliteratur notwendig ist. Oder, damit man ein immerwährendes Thema für die Konversation auf Parties oder im Aufzug hat. Gemeinsam jammert es sich immer noch am besten.

In dieser ganzen Lebensoptimierungswut geht – wie ich finde – der Umstand unter, dass wir nicht alleine auf dieser Welt sind und unser Leben gemeinsam mit vielen anderen Menschen verbringen (müssen). Niemand ist perfekt, jeder hat sein Päckchen zu tragen und muss irgendwie mit dem Leben klarkommen. Doch indem man ständig darüber nachdenkt, wie man glücklicher/stressfreier/befreiter leben und sich selbst optimieren kann, wird es glaub ich auch nicht besser. Wie wär’s damit, einfach mal an andere zu denken und nicht immer nur an sich selbst? Denn anderen helfen mach glücklich – das ist nachgewiesen!

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2 Gedanken zu “Me, myself & I – Von der ach so komplizierten Suche nach dem Ich

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