Buchbesprechung #2: Lean In von Sheryl Sandberg

Lean In_2

 Hallo Welt

da ist es wieder, das böse F-Wort: Feministin. Das war das erste, woran ich bei dem Buch von Sheryl Sandberg gedacht habe, als es mir an einem gemütlich Samstagnachmittag beim Stöbern durch einen kleinen Schwabinger Buchladen in die Hände fiel. Ein Wort, bei dem man(n) automatisch an verbitterte Freiheitskämpferinnen ohne BH, wutverzerrte Gesichter, Moralpredigten und Schuldzuweisungen denkt. Doch ist Sheryl Sandberg eine Feministin? So, wie sie da im cremefarbenen Cashmere-Pullover selig von ihrem Buch-Cover lächelt? Kaum vorstellbar. Die Neugierge war also geweckt und das Buch landete in meiner Tasche (nach dem Bezahlen versteht sich).

Um es gleich vorweg zu nehmen: So zwiespältig mein erster Eindruck, umso unglaublich positiver ist mein Fazit über dieses Buch und diese Frau. Ja, Sheryl Sandberg ist eine Feministin, und nein, dabei ist absolut nichts Negatives. Auch wenn sich dieses Buch mit dem Untertitel „Frauen und der Wille zum Erfolg“ hauptsächlich an Frauen richtet, ist es meiner Meinung nach ein spannendes Buch für alle jungen Menschen, die beruflich etwas erreichen wollen: Frauen, die nicht nur von patriarchistischen Unternehmenshierarchien, sondern auch von ihren ganz eigenen Zweifeln und Verhaltensmustern gebremst werden, aber auch Männer, die vielleicht nicht als karrierregeiler Supermacho mit riesen-Ego auf die Welt gekommen sind und verstanden haben, dass Hausarbeit und Kinderbetreuung nicht per se Frauensache sind.

Frau Sandberg gibt viele Beispiele und Einblicke aus ihrer eigenen Karriere und ihrem Privatleben. Angefangen mit ihrer Kindheit, dem von Jungen und Mädchen erwarteten Verhalten, was sich „gehört“ und was nicht, bis hin zum Drang der meisten Frauen, immer alles „richtig“ machen zu wollen und Angst vor dem Anecken zu haben. Viele ihrer Argumente unterstreicht sie mit aktuellen Zahlen und Studien, die verdeutlichen, dass der Weg zur wirklichen Gleichberechtigung  noch ein gutes Stück weiter ist, als angenommen.

Heidi versus Howard – Die Sache mit der Sympathie

Warum zum Beispiel nehmen sowohl Männer als auch Frauen erfolgreiche Frauen unsympathischer wahr als erfolgreiche Männer? Im „Heidi-Howard-Vergleich“ erzählt sie von einem Versuch aus dem Jahr 2003: Eine Gruppe von Studenten der Columbia Business School bekam eine Fallstudie über die real existierende Unternehmerin Heidi Roizen zu lesen. Die Geschichte beschrieb, wie Heidi mithilfe ihres großen Netzwerks zu einem der mächtigsten Unternehmensführer in der Technologiebranche wurde. Eine andere Gruppe Studenten bekam den gleichen Text vorgelegt – mit einem Unterschied: anstelle von „Heidi“ stand dort „Howard“.

Lean IN_3

Anschließend wurden die Studenten nach ihren Eindrücken beim Lesen befragt. Sowohl Heidi als auch Howard wurden als kompetente Persönlichkeiten bewertet. Howard wurde darüber hinaus als angenehmer Zeitgenosse beschrieben – Heidi als egoistisch und „nicht die Art Person, die man einstellen oder für die man gerne arbeiten möchte“.

Die Beschreibung dieses Experiments hat mir ziemlich zu denken gegeben, zeigt es doch, dass nicht nur die „bösen Männer“, sondern vor allem wir Frauen an unseren Denkmustern und Verhaltensweisen gegenüber erfolgreichen Frauen, und damit auch unserer eigenen Karriere arbeiten müssen. Wieso „gehört“ es sich nicht für Frauen, erfolgreich zu sein und Macht auszuüben? Warum finden wir erfolgreiche Männer beeindruckend, ja sogar attraktiv, und stempeln erfolgreiche Frauen oft als kalt, egoistisch und sogar zickig ab, auch wenn wir sie kaum kennen?

Karriere ist keine Leiter, sondern ein Klettergerüst

„Es gibt nur einen eizigen Weg an die Spitze einer Leiter, aber viele Wege zum oberen Ende eines Klettergerüsts.“ Diese Metapher hat mir ziemlich gut gefallen, zeigt sie doch, dass es viele Wege gibt, die zum Erfolg führen und darüber hinaus viele unterschiedliche Definitionen von Erfolg. Nicht jede/r ist ein/e gute/r Vorstandsvorsitzende/r und nicht jeder hat das Ziel, eine/r zu werden. Es gibt aber so viele andere Möglichkeiten, die man vielleicht gar nicht in Betracht zieht, weil man sich zu sehr auf das konzentriert, was man bereits gemacht hat. Sheryl Sandberg nennt an dieser Stelle viele Beispiele aus ihrer eigenen Karriere und von den Frauen um sie herum.

Eines Tages, als sie bereits Geschäftsführerin bei Facebook war, bekam sie einen Anruf von der Marketing-Managerin von eBay, die sich beruflich verändern wollte. Sie sagte Folgendes: „Ich will mich bewerben, um gemeinsam mit Ihnen bei Facebook zu arbeiten. Deswegen habe ich erst überlegt, Sie anzurufen und Ihnen zu erzählen, was ich alles gut kann und gerne mache. Aber dann dachte ich mir, das machen alle. Und deshalb will ich Sie stattdessen fragen: Was ist ihr größtes Problem und wie kann ich es lösen?“ – Sheryl Sandberg war von dieser Herangehensweise so angetan (und ich auch beim Lesen), dass die Anruferin tatsächlich eingestellt wurde – und zwar nicht im Marketing, sondern in der Personalabteilung, da das Anwerben von Personal zu dem Zeitpunkt Facebooks größtes Problem darstellte. Heute ist sie Leiterin der Personalgewinnung und hat überhaupt keine Lust mehr, ins Marketing zurückzugehen.

Lean In_1

 

So, jetzt habe ich euch aber genug aus dem Buch erzählt. Ich kann wirklich jedem ans Herz legen – egal ob Männlein oder Weiblein – dieses Buch zu lesen. Es motiviert und erschreckt, fasziniert und erstaunt und hat mir sehr dabei geholfen, meine weiblichen, oftmals  irrationalen Denkmuster zu überdenken. Danach macht es umso mehr Spaß, sich im Job reinzuhängen!

Unterschrift

 

PS: Mit Erschrecken habe ich gestern gelesen, dass der Mann von Sheryl Sandberg plötzlich und unvermutet im Alter von 47 Jahren verstorben ist. Auch wenn es vielleicht so aussieht, war dies nicht der Anlass dazu, diese Buchbesprechung zu schreiben. Ich habe das Buch schon vor einer ganzen Weile gelesen und habe jetzt erst die Ruhe gefunden, darüber zu schreiben.

Buchbesprechung #2: Lean In von Sheryl Sandberg

Print lebt! Vom Blog zum Buch

BücherstapelSessel

Hallo Welt

mittlerweile hat ja fast jeder einen Blog. Jeder kann mit Instagram & Co. vorzeigbare Fotos machen und mit der Handy-Kamera Filmchen aufnehmen. Wo man früher teures Equipment brauchte oder Journalist sein musste, reichen heute Smartphone und Laptop, um seine Gedanken und Ideen festzuhalten und mit der ganzen Welt zu teilen. Das Internet fasziniert und und bietet (gottseidank und leider) jedem die Möglichkeit, zu publizieren. Zu gefühlt jedem Thema gibt es mittlerweile einen Blog oder sogar gleich eine ganz eigene „Blog-Welt“.

Doch mit dem Erfolg einiger Blogs beziehungsweise Blogger kam das Papier zurück. Man denke nur an die Mode-Blogger-Szene, in der oft die Trends entstehen, die dann später von den Modezeitschriften aufgegriffen werden. Das fing an mit der Streetstyle-Fotografie und ist mit Blog-Tipps und Lieblingsblog-Rubriken sicher noch lange nicht vorbei. Im Dezember 2014 kam mit „I like Blogs“ das erste Magazin in den Zeitschriftenhandel, dessen Inhalte zu 99% aus Blogs übernommen wurden. Eine Zeitschrift für 4,80 Euro mit Inhalten, die ich kostenlos im Internet lesen und anschauen könnte.

BlogMagazin

Mittlerweile gibt es von fast jedem bekannten Blog auch ein Buch: Kochbücher, Einrichtungsbücher, Modebücher, Meinungsbücher, Reisebücher, Kolumnen und sicherlich noch vieles mehr. Doch was ist so faszinierend am „geduldigen Papier“, wenn man doch das moderne, freie und schnelle Internet hat? Warum gibt man Geld für ein Buch oder eine Zeitschrift aus, wenn man das ganze auch kostenlos im Internet nachlesen kann, wo es immer wieder erneuert, aktualisiert und erweitert wird?

Vielleicht ist es genau diese Langsamkeit, Beständigkeit, die fasziniert: Papier, kann man anfassen und besitzen. Manchmal ist es doch schöner, auf dem Sofa oder im Bett zu sitzen und ein Buch in den Händen zu halten, darin vor- und zurückzublättern, es ins Regal zu stellen und es immer mal wieder herauszuholen. Ich mag Bücher sehr und nehme mir viel mehr Zeit und Muße, sie zu lesen und anzuschauen, als bei Blogs, die ich schnell mal zwischendrin auf dem Smartphone „konsumiere“ – Fast Reading quasi. Und manchmal – beispielsweise im Falle von Rezepten – finde ich ein Buch einfach praktischer, um es mit in die Küche zu nehmen, als den Laptop oder das iPad. Im Falle der Zeitschrift geht es mir weniger um die einzelnen Artikel selbst, sondern deren Zusammenstellung. So kann ich neue Blogs, die ich von selbst nicht gefunden hätte, entdecken und in einer neuen Blog-Welt stöbern – im Internet ist die Flut der Blogs einfach viel zu groß dazu.

Bücherstapel2

Und aus Blogger-Sicht? Ein gedrucktes Werk ist realer und beweist, dass man nicht den x-ten beliebigen Mode-, Koch-, Back-, oder Einrichtungsblog betreibt, sondern es geschafft hat, eine große Leserschaft und auch einen Verlag für sich zu gewinnen. Schon schmeichelhaft, nicht wahr?

Wie steht ihr dazu? Habt ihr schonmal ein „Blog-Buch“ oder ein „Blog-Magazin“ gekauft oder haltet ihr das für großen Mumpitz? Was schätzt ihr an Blogs, was am Papier?

Ich freue mich auf eure Berichte!

Unterschrift

PS: Falls die Bücher euer Interesse geweckt haben, hier noch die dazugehörigen Blogs (von oben nach unten):

Print lebt! Vom Blog zum Buch

Urlaub versus Reise – Generation Y unterwegs

Urlaub

Hallo Welt
ich „leide “ momantan an akuter Ideenlosigkeit und habe immer öfter das Gefühl, dass sich mein Blog vom eigentlichen Generation (wh)Y-Konzept entfernt. Doch ein Thema, um wieder zurück zu den Ursprüngen zu gelangen, will und will mir einfach nicht einfallen. Andererseits kann man alles ein wenig durch die Generation Y-Klischee-Brille betrachten, daher heute ein Thema, das mich gerade sehr beschäftigt: Urlaub & Reisen.

Seit sehr sehr langer Zeit bin ich nicht mehr „so richtig“ verreist – heißt für mich: Ein anderes Land, eine neue Stadt sehen, Eindrücke sammeln, das Gefühl haben, ganz woanders zu sein, Sorgen, Alltagstrott und Routine hinter sich zu lassen und sich vollkommen für etwas Neues öffnen.

Beim Rumgooglen zu diesem Thema bin ich auf einen Artikel auf Zeit.de gestoßen, der sich mit der reisenden Generation Y befasst: Eine junge Frau Anfang 20 fühlt sich von den ganzen Backpackern und Weltenbummlern unter Druck gesetzt und hat das Gefühl, sich dafür rechtfertigen zu müssen, dass sie sich lieber im Strandkorb an der Nordsee erholt anstatt neben dem asiatischen Reisfeld auf der Isomatte zu schlafen und die dreckige, laute Welt zu entdecken.

Leider kann ich ihre Argumentation nicht so wirklich nachvollziehen, denn weder kenne ich Menschen, die monatelang durch die Welt gebummelt sind, noch habe ich mich jemals unter Druck gesetzt gefühlt, dies zu tun oder mich für einen Urlaub an der Nordsee zu schämen. Aber vielleicht ist das mit Ende 20 ja auch schon etwas anderes als mit Anfang 20…

Nizza

Was in den Kommentaren unter dem Artikel allerdings sehr schön deutlich wird, ist, dass es einen Unterschied zwischen Urlaub und Reisen gibt. Urlaub dient der Erholung, dem Müßiggang, manchmal auch dem Frönen der Langeweile. Aus diesem Grund wünscht man sich für den Urlaub ein möglichst angenehmes Umfeld: Sonne, Strand und Meer, eine schöne Unterkunft, gutes Essen, vielleicht sogar Wellness und ein Hauch von Luxus.

Das Reisen dagegen soll das Fernweh stillen, die hungrigen Augen mit neuen Bildern und Perspektiven sättigen und den vielzitierten Horizont erweitern. Und ja, Reisen kann sehr anstrengend sein, Unangenehmes mit sich bringen und einen an die eigenen Grenzen bringen. Dies kann sowohl in der nächsten Großstadt als auch am anderen Ende der Welt passieren.

Berlin

Das Bedürfnis, nach der Schule erst einmal den Rucksack zu packen und in die große weite Welt loszuziehen, ein fremdes Land und sich selbst zu entdecken, kann ich absolut nachvollziehen. Jedoch denke ich nicht, dass dies ein „Muss“ ist – nicht jeder hat dieses Bedürfnis. Während des Studiums mangelt es dann häufig am Geld, um groß zu verreisen oder Urlaub zu machen. Wenn, dann vielleicht gemeinsam mit der Familie.

Köln

Fazit meiner kleinen Gedankenreise: Reisen ist scheinbar ein Thema, das sich nicht über den Generation Y-Kamm scheren lässt, da es einfach viel zu sehr von persönlichen Vorlieben und Bedürfnissen, dem Geldbeutel und der aktuellen Lebenssituation abhängig ist. Ein junger Mensch, der gerade Abitur gemacht hat, zieht die Abenteuerreise mit Rucksack auf einem fremden Kontinent vielleicht eher vor als jemand, der nach einem anstrengenden Arbeitsjahr einfach mal ausspannen will – oder vielleicht gerade durch die fremden Eindrücke neue Energie tanken will!? Urlaub kann auch am Baggersee um die Ecke erholsam sein (siehe Foto oben, es war ein herrlicher Tag), eine Reise in die nächste Großstadt kann ein unvergessliches Abenteuer werden – das Wichtigste ist meines Erachtens, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen.

Ich für meinen Teil hätte demnächst gern eine Mischung aus beidem: abenteuerliches Neu-Entdecken und Erholung. Wie man auf meinen Fotos sieht, gern am Wasser.

Nordsee

Falls ihr euch gern an fremde Orte träumt, dann sei euch Lyras Blog ans Herz gelegt, auf dem sie momentan aus Chile berichtet. Mit ihren Texten fängt sie auf wunderschöne Art und Weise Stimmungen und Momente ein und versteht es, in allem das Besondere zu entdecken.

Zum Schluss noch ein bisschen passende musikalische Untermalung vom guten alten Franky-Boy:

Unterschrift

PS: Nächste Woche geht’s ins Reisebüro!!!

Urlaub versus Reise – Generation Y unterwegs

Do it yourself – immerwährender Trend?

Hallo Welt

kann man zu etwas, das es schon immer gibt, „Trend“ sagen? Ich finde schon – besonders, wenn es so allgegenwärtig ist wie der DO IT YOURSELF-Trend momentan. Die Zeitschriften, Websites und Blogs mit Tipps und Anleitungen sprießen wie die Krokusse im Frühling und sind kaum noch zu überblicken. Dabei gibt es das Heimwerkermagazin „Selbst ist der Mann“ bereits seit 1957 und unsere Omas und Ur-Omas haben alle fleißig die Häkel-, Strick- oder Sticknadeln geschwungen.

Doch woher kommt dieser neue Spaß am Selbermachen?

Handarbeit_2
Nicht schön, aber selten: Meine erste Häkelei

Ich habe es in den Weihnachtsferien selber ausprobiert und muss sagen: Es entspannt unheimlich! Und ja, bei der ganzen digitalen Bildschirmarbeit, die ich jeden Tag leiste, ist es irgendwie schön, mit den Händen ein „echtes Produkt“ zu erschaffen.

So geht es im Übrigen den meisten „Handarbeitern“: Laut einer Studie von Tomorrow Focus steht für 86,6 Prozent aller Hobby-Bastler der Spaß am eigenen Schaffen im Vordergrund. Ganze 54,2 Prozent sehen das Rumwerkeln als Stressausgleich.

Dabei muss man den DIY-Begriff allerdings unterscheiden zwischen dem Herstellen individueller Produkte zum Verschenken, zur Verschönerung der Wohnung oder den Eigenbedarf und dem Reparieren oder Herstellen von Dingen in Haus und Garten und Garage, um teure Handwerkerkosten zu sparen. Aufgekommen ist der Selbstmach-Trend in Deutschland nämlich bereits in der Wiederaufbauphase dem 2. Weltkrieg, als den meisten Menschen die Mittel für professionelle Handwerker fehlten.

Heute steht dabei ja eher der Spaß und die Verschönerung im Vordergrund, aber auch der Wunsch nach resourcenschonendem Umgang mit vorhandenen Dingen wie beim Upcycling und der Wunsch nach Individualität anstatt Massenware. Und irgendwie habe ich den Eindruck, dass Kochen & Backen mittlerweile auch eher von der „Muss ich machen, um zu Überleben“ in die „Ist mein Hobby und eine Lieblingsbeschäftigung“-Ecke gerutscht.

Hier noch ein paar schöne DIY-, Koch- und Back-Blogs:

Wie geht es euch? Macht ihr gerne etwas selbst? Strickt, häkelt oder bastelt ihr, grabt ihr gern den Garten um oder zimmert eure eigenen Möbel? Wenn ja, was bringt euch dazu?

Ich bin gespannt auf eure Beweggründe!

Unterschrift

 

Do it yourself – immerwährender Trend?

Neuer Look – neue Inspiration: Von der Amazed BlogClass

Hallo Welt

neues Jahr, neue Optik! 2015 ist zwar schon ein paar Tage alt, aber ich habe die gestern besuchte BlogClass der drei Mädels vom Online-Magazin Amazed als Anlass und Inspirationsquelle genutzt, um Generation Why Not? etwas hübscher und (hoffentlich) übersichtlicher zu gestalten. So gibt es jetzt endlich ein Logo (YEAH!!), Links zu meinen Profilen auf Twitter, Instagram und Pinterest, ein aufgeräumtes Seitenmenü sowie ein Impressum. Ein schöneres Portraitfoto und eine Facebook-Fanpage folgen in Kürze. Verbesserungsvorschläge sind herzlich willkommen!

BlogClass1

Doch nun zur BlogClass…

Im November wurde auf amazedmag.de ein Workshop angekündigt, bei dem die Bloggerinnen von Amazed ihr Können und Wissen an Einsteiger(innen) weitergeben wollten. Da ich Amazed schon eine Weile folge und nun durch Zufall glücklicherweise in München wohne, habe ich keine Sekunde gezögert und mich gleich angemeldet.

Ich muss sagen, es hat sich sehr gelohnt! Auch wenn ich keinen Beauty- oder Mode-Blog schreibe, war es eine super Gelegenheit, mehr über das Bloggen an sich, die Gestaltung, Rechtliches und Fotobearbeitung zu lernen. Dazu kam der Austausch mit vielen netten (Noch-nicht-)Bloggerinnen und leckeres Essen. Bei der nächsten BlogClass bin ich bestimmt wieder mit dabei!

BlogClass2

Hier findet ihr noch eine weiteren Blogeintrag über die BlogClass, von den Mädels vom ganz neuen DitoMag, die extra aus der Schweiz angereist sind.

Wer darüber nachdenkt, eine eigenen Blog zu schreiben oder gerade damit angefangen hat, dem kann ich solch einen Blogger Workshop nur ans Herz legen: Die gewonnene Motivation ist wirklich unbezahlbar!!

Also dann: Bloggt, lest, schreibt und fotografiert fröhlich weiter!

Unterschrift

Neuer Look – neue Inspiration: Von der Amazed BlogClass

Buchbesprechung #1: The Circle von Dave Eggers

Hallo Welt,

für 2015 hab ich mir vorgenommen, ab und an auch mal Rezensionen über Bücher zu schreiben, die sich um die Themen Generation Y, Internet/Social Media, gesellschaftlicher Wandel etc. drehen. Heute geht es los mit einem ziemllich kontroversen Ding. Im Nachhinein bin ich mir echt nicht sicher, ob es sich um ein ziemlich schlaues oder ein ziemlich dummes Buch handelt. Aber urteilt lieber selbst…

Worum geht’s?

Stell dir vor, du könntest immer sehen, wo gerade die besten Wellen zum Surfen sind. Stell dir vor, dein Kind könnte niemals entführt und vergewaltigt werden. Stell dir vor, sämtliche Krankheiten würden in deinem Körper entdeckt werden, noch bevor sie richtig ausbrechen.

Stell dir vor, es gäbe keine Geheimnisse mehr. Gar keine. Wäre die Welt dann nicht ein besserer Ort?

Dies ist die Welt, die die allmächtige Internetfirma „The Circle“ in Dave Eggers gleichnamigen Roman erschaffen will. Vollkommene Transparenz führt zu vollkommener Sicherheit, vollkommener Demokratie und vollkommener Verbrechenslosigkeit.

IMG_0107

Zur Handlung

Die 24jährige Mae Holland hat die großartige Möglichkeit bekommen, einen Job bei The Circle anzutreten, einem riesigen Internetkonzern, der wie eine Vereinigung aus Facebook, Google und Apple wirkt und Weltmarktführer sowohl mit dem Sozialen Netzwerk „Zing“ als auch in sämtlichen anderen Hard- und Softwaretechnologien zu sein scheint. Mae ist glückselig, kann sie doch endlich ihre schnarchige Heimatstadt und den langweiligen Job bei den Stadtwerken hinter sich lassen und in eine neue, bessere Arbeitswelt eintreten (bis hierhin hat mich die Geschichte noch sehr an meine eigene erinnert…). The Circle bietet seinen „Circlers“ das volle Work-Life-Balance-Programm: das eigene supermoderne Tablet, kostenloses Mittagessen von Starköchen in zahlreichen Kantinen, Konzerte bekannter Künstler, Workshops, Fitness, Krankenversicherungs- und Vorsorge-Rundumservice, Parties und wer abends keine Lust hat, nach Hause zu fahren, kann in einem der schnieke ausgestatteten Zimmern übernachten.

Mae genießt das unbeschwerte Leben auf dem Campus. Sie trifft viele junge, hochmotivierte Leute kennen, kaum einer älter als 30. The Circle feiert bei jedem Projekt unglaubliche Erfolge – ob es sich um die Erforschung des Marianengrabens, die Zählung der Sandkörner der Sahara, oder das Verhindern von Kidnapping durch Implantation von Chips in die Knochen jeden Kindes handelt. Ihre Arbeit in der „Customer Experience“ ist zunächst sehr einfach, muss sie doch nur Kundenanfragen und -beschwerden mit vorgefertigten Textbausteinen beantworten. Die Kundenzufriedenheit wird sofort abgefragt und ihr angezeigt. Ständiges Ziel: 100 %.

Doch schon bald bleibt es nicht bei dem einen Bildschirm am Schreibtisch in dem hypermodernen Glasbau: Ein zweiter für die Kommunikation mit den Vorgesetzten wird an ihrem Arbeitsplatz angebracht, ein dritter für das ständige Online-Sein in den sozialen Netzwerken. Es folgen ein vierter, ein fünfter, bis Mae am Ende des Buches neun Bildschirmen gegenübersitzt.

Doch dies ist nur ein kleiner Aspekt, der verdeutlicht, wie ihr Leben von „The Circle“ vereinnahmt wird. Sie bekommt ein Armband, das Schritte, Herzfrequenz und noch vieles mehr misst und auswertet. Reagiert sie einmal nicht auf einen der hunderten von Posts und Nachrichten, rächt sich das sofort (durch Kollegen, die beleidigt sind, dass sie nicht zu einem Vortrag, einer Party o.ä. erschienen ist).

IMG_0109

Mae versucht, mit all den Anforderungen, die an sie gestellt werden, mitzuhalten, da sie sich die Chance, bei The Circle zu arbeiten, nicht verspielen will. Als sie sich eines Nachts nach einem Besuch ihrer Eltern heimlich in der Bucht ein nicht zum Bootsverleih zurückgebrachtes Kayak schnappt und die Stille auf dem Wasser genießt, löst dies allerdings beinah die große Katastrophe aus: Die kleinen „SeeChange“-Kameras von The Circle, die überall ganz einfach angebracht werden können (um beispielsweise zu sehen, ob die Wellen gerade zum Surfen geeignet sind aber auch, um Verbrecher aufzuspüren), waren natürlich auch an diesem Strand installiert. Sie wird festgenommen und vom Circle-Vorstand zur Rede gestellt. Die Moral von der Geschicht: Hätte sie gewusst, dass sie beobachtet wird, hätte sie dieses „Verbrechen“ nicht begangen. Wäre es dann nicht besser, wenn die ganze Welt überwacht werden würde? Würde überhaupt noch jemand ein Verbrechen begehen?

Die Konsequenz: Mae wird „transparent“. Sie trägt eine Kamera um den Hals, die alle ihre Bewegungen, Handlungen und Begegnungen live ins Internet überträgt. Bald schon folgen ihr Tausende, zum Teil sogar Millionen Zuschauer durch ihren Alltag bei The Circle und ihr Privatleben, das kaum noch existiert. Sie wird zu einer Art Circle-Botschafterin und propagiert folgende drei Grundsätze (ich hab das Buch auf Englisch gelesen, daher in Englisch):

The Circle-Grundsätze

Am Ende gibt es noch eine wilde Verfolgungsjagd: Ihr Ex-Freund Mercer, der die ganze Zeit skeptisch gegenüber der kompletten Vernetzung und Offenlegung war, hat sich alleine in den Wald zurückgezogen, um der Überwachung zu entkommen. Eine neue „Erfindung“ von The Circle soll es mithilfe aller vernetzter Menschen ermöglichen, jeden, wirklich jeden Menschen auf der Welt innerhalb von 10 Minuten aufzuspüren. Zunächst wird eine Kindesmörderin in Großbritanien gefunden. Als nächstes schlägt Mae bei dem großen Einführungs-Event Mercer vor – einfach, um ihm zu beweisen, dass The Circle alles gelingt. Dass er wirklich nicht gefunden werden will und sich am Ende samt Auto von einer Brücke stürzt, konnte ja niemand wissen…

Mein Eindruck

Oft wurde das Buch mit George Orwells „1984“ verglichen. Ja, auch „The Circle“ dreht sich um die komplette Überwachung. Doch nicht in einer fernen Zukunft mit anderer Weltordnung und fremden, erfunden Technologien, sondern in einer Zukunft, die greifbar nah scheint, mit Technologien, die wir bereits heute nutzen.

Big Brother is watching you.
Big Brother is watching you.

Was beide Bücher zudem unterscheidet: Die Überwachung wird bei The Circle nicht „von oben“ diktiert, sondern die Menschen lassen sich freiwillig überwachen und geben alles von sich Preis – zum Beispiel werden viele Politiker wie Mae „transparent“, um zu beweisen, dass sie wirkllich ehrlich und im Auftrag der Demokratie unterwegs sind und keine falschen Seilschaften knüpfen (quasi das Aus für Francis Underwood ;-D ).

Was mich irritiert hat

Mae kommen zu keinem Zeitpunkt der Geschichte Zweifel an der ganzen Sache auf. Weder, as ihr Ex-Freund auf sie einredet (ok, den findet sie mittlerweile auch ziemlich doof – wer hört schließlich schon auf seinen Ex…) noch als ihre Eltern komplett den Kontakt zu ihr abbrechen. Auch als der geheimnisvolle, in keinem der Netzwerke auffindbare Kalden, mit dem sie eine heiße Affäre eingeht, sie bittet, dem Spuk ein Ende zu setzen, bricht sie lieber den Kontakt ab.

Das Buch konstruiert eine ziemlich reale Zukunftsvision und will anscheinend auch davor warnen, doch es bietet an keiner Stelle Gegenargumente gegen die totale Überwachung und Bekämpfung der Privatsphäre…

Mein Fazit

Wäre die Welt vielleicht wirklich besser, wenn es keine Geheimnisse, keine Privatsphäre mehr geben würde? Wenn Menschen nicht mehr lügen, nicht mehr fremdgehen, nicht mehr betrügen könnten? Wenn man alles wissen, alles sehen könnte? Wie ist das zum Beispiel mit dem Sex? – „Das wäre am Anfang komisch, doch irgendwann würde man sich auch daran gewöhnen“, meint der Vorstand von The Circle. Hm… wirklich komische Vorstellung.

Was ist der Sinn von Privatsphäre? Diese Frage habe ich mir permanent gestellt, als ich dieses Buch gelesen habe. Schließlich ist die Debatte um Datenschutz momentan noch in vollem Gange. Zu einer befriedigenden Antwort bin ich auch nach vielem Nachdenken nicht gekommen. Einerseits habe ich nichts zu verheimlichen und veröffentliche ja auch freiwillig so einiges von mir im Netz, andererseits würde die komplette Abwesenheit von Privatsphäre ein merkwürdiges Gefühl in mir auslösen.

Insgesamt ist The Circle ein ziemlich spannendes Buch, das mich sehr in seinen Bann gezogen hat,  dessen Story im Nachhinein jedoch ein wenig „flach“ erscheint. Ich hätte mir von Mae ein bisschen mehr Pro-und-Contra-Gedanken gewünscht. Was sind die Konsequenzen der permanenten Überwachung? Natürlich verhalten wir uns anders, wenn wir beobachtet werden. Soziologisch gesehen wäre das also eine spannende Entwicklung. Doch auch ökonomisch wäre das Thema interessant: Im Buch wird nirgends erwähnt, wie The Circle die Massen an Geld verdient, mit denen sie diesen riesigen Konzern unterhalten und ihren Mitarbeitern die ganzen Annehmlichkeiten bieten können. Die Internetfirmen von heute sind scharf auf unsere Daten, „nur“ um uns mehr oder weniger personalisierte Werbung zukommen zu lassen. Doch was werden die Internetfirmen von morgen damit tun…?

Was denkt ihr darüber? Wieso brauchen wir Menschen Geheimnisse und Privatsphäre? Wäre eine absolut sichere Welt ohne Verbrechen nicht mehr wert? Hat jemand von Euch das Buch gelesen und denkt genauso – oder ganz anders – darüber?

Ich freue mich auf eure Kommentare!

Eure Christiane

 

Buchbesprechung #1: The Circle von Dave Eggers

Lesetipp #5 – Oh, du mein Liebster… Job!

Hallo Welt,

ins neue Jahr 2015 starte ich gleich einmal mit einem Lesetipp für einen Artikel, auf den ich vor kurzem gestoßen bin.

Muss ein Beruf auch Berufung sein? Sehen wir unseren (Traum-)Job durch die rosarote Brille? Verlangen wir zu viel von Arbeitgebern und Führungskräften?

Do what you love

Der Artikel „Beruf: Mein Ein und Alles“ von Franziska Langhammer beschäftigt sich mit dem emotionalen Verhältnis zum Job. Gerade der Generation Y wird ja andauernd nachgesagt, dass sie Sinn in ihrer Arbeit sucht. Das Geldverdienen ist da irgendwie zweitrangig. Leute, die einfach einen Job machen, der fette Kohle bringt, aber keinen Spaß macht, werden immer öfter schief angeschaut.

Doch was ist „sinnvolle“ Arbeit? Wir können nunmal nicht alle Krankenschwester, Lehrerin oder Entwicklungshelfer werden. Kann ich Sinn darin finden, Aktienkurse zu analysieren, Computer zu programmieren oder Menschen zu interviewen? Sicherlich – für den ein oder anderen macht das Sinn und sogar Spaß. Doch jeder Job hat auch seine Schattenseiten und Aufgaben, die weniger Spaß machen, sondern einfach nur erledigt werden müssen.

Die Medien und viele Sinnsprüche auf Pinterest & Co. trichtern uns ein, dass Arbeit sich nicht wie Arbeit anfühlen darf, sondern einzig und allein Spaß und Freude bringen soll. Ist das realistisch?

Happy-Bild

Klar, mit einem Job, der gar keinen Spaß macht und so überhaupt nicht den eigenen Fähigkeiten und Talenten entspircht, kann das Leben ganz schön langweilig sein. Oder die Arbeit stresst uns dadurch stärker, als sie es würde, wenn wir sie gerne machen würden.

Steve Jobs-Bild

 

Ich finde, der Artikel ist eine gute Anregung dafür, mal darüber nachzudenken, was ich eigentlich von meinem Job, meinen Kollegen und meinen Führungskräften erwarte. Schließlich kann man nicht von anderen erwarten, dass sie einen glücklich machen, wenn man es von sich aus nicht ist. Frei nach dem Motto: „Be the change you want to see in the world.“ 😉

Wie seht ihr das? Ist der Job für euch vor allem Geldbringer oder die einzig große Möglichkeit zur Selbstverwirklichung? Seid ihr noch auf der Suche nach dem perfekten Beruf oder habt ihr ihn schon gefunden?

Ich freue mich auf eure Gedanken!

Eure Christiane

Lesetipp #5 – Oh, du mein Liebster… Job!

Don’t look back in anger – Ein persönlicher Jahresrückblick

Hallo Welt,

Weihnachten ist vorbei, Silvester naht, da will auch ich das vergangene Jahr und damit die ersten zwölf Monate von „Generation Why Not?“ Revue passieren lassen und mir ausmalen, wie es im neuen Jahr weitergehen soll.

Silvester

Warum ich angefangen habe zu bloggen

Am 1. Januar 2014 ging der erste Blogeintrag auf Generation Why Not? online. Angefangen hatte alles mit relativ starken Diskrepanzen zwischen meiner Vorstellung vom Berufsleben nach dem Studium und der „harten Realität“. Gerade als jemand, der „irgendwas mit Medien“ studiert hat, war der Berufseinstieg bei einer Kleinstadt-Sparkasse sowohl interessant als auch immer wieder eine Herausforderung, die meine Geduld auf die Probe gestellt hat. Das papierlose und vernetzte Büro schien ziemlich weit entfernt…

Gleichzeitig las ich in vielen Zeitungen und Zeitschriften vom „Phänomen“ der Generation Y, die andere, zeitgemäßere Arbeitsbedingungen fordere und konnte mich aufgrund meiner beruflichen Unzufriedenheit mit vielen Aussagen ziemlich gut identifizieren. Dazu kam meine persönliche Vorliebe für Blogs. „Das kann ich auch!“ dachte ich mir da und – schwupps – war die Idee für einen eigenen Blog geboren.

2014/2015

Warum ich gerade nicht (so häufig) blogge

Neuer Job, neue Stadt, neues Umfeld. Anderer Tagesablauf. Irgendwie ist immer noch etwas Wichtigeres zu tun. Doch vor allem ist der innere Schweinehund schuld, der olle. Meistens habe ich abends nach der Arbeit einfach keine Lust mehr, der Computer einzuschalten und mir tiefsinnige Gedanken zu machen. James Bond, Kurt Wallander und die bunte Welt von Pinterest und Instagram sind viel verlockender und nicht so kompliziert für’s Hirn.

Außerdem habe ich jetzt einen Job in der besten Tech-PR-Agentur der Welt, bei dem ich mich den ganzen Tag mit Medien (inklusive Social Media) befasse, in einem Büro, dass so gut wie papierlos ist und sogar Bildschirme mit Twitter-Timeline an der Wand hat (#modernoffice und so 😉 ). Die Diskrepanz zwischen Schein und Sein ist also ziemlich klein geworden und sorgt immer seltener für Reibung in meinem Kopf, die vorher in Form von Blogeinträgen rausgelassen wurde.

Aaaaaber: 2015 soll es trotzdem – oder gerade deswegen – weitergehen!

Viel Glück

Was ich für die Zukunft plane

Ich finde die Möglichkeiten des Internets immer noch faszinierend und möchte mich weiterhin ausprobieren. Jetzt nicht mehr als Ausgleich zum Job, sondern um Erfahrungen zu sammeln, die mir persönlich Spaß machen und mir vielleicht auch beruflich von Nutzen sind: Wie gewinne ich neue Leser und komme an mehr Klickzahlen? Was interessiert die Leute und was eher nicht? Aber auch: Wie kann ich meinen Blog optisch schöner gestalten? Wie mache ich gute Fotos und vor allem: von was? Für einen Blog, der sich hauptsächlich um Fragen und Gedanken dreht, ist das gar nicht so einfach. Ich kann ja nicht einfach meinen Kopf fotografieren. Obwohl… Warum eigentlich nicht!? 😉

Um etwas Inspiration und Motivation zu finden und mich mit anderen auszutauschen, werde ich am 17. Januar bei einem Blogger-Workshop von und mit den Münchner Mädels von Amazed mitmachen. Ich bin schon sehr gespannt, was mich dort erwartet und wen ich kennenlernen werde!

Ansonsten plane ich, eine Facebook-Seite für meinen Blog einzurichten, ein nettes Foto von mir zu machen, endlich mal ein Logo zu entwerfen und damit eigene Visitenkarten drucken zu lassen um spätestens auf der re:publica im Mai fleißig damit um mich zu schmeißen und noch vieles mehr. Sprich: Ich schreibe hier lauter Sachen auf, die ich schon seit langem im Köpfchen hab und nie mache, damit ich jetzt quasi dazu gezwungen bin, sie wirklich einmal umzusetzen. Kampf dem inneren Schweinehund!

Ich wünsche euch allen einen guten Start in ein tolles neues Jahr 2015 und bin mir sicher: Es wird großartig!

Eure Christiane

Don’t look back in anger – Ein persönlicher Jahresrückblick

One Lovely Blog Award: Fakten, Fakten, Fakten

onelovelyblogaward

Jippiee, ich bin zum ersten Mal für einem Blog Award nominiert! Klingt zwar spektakulärer als es ist (ich soll nämlich nicht zu einer Preisverleihung), aber ich freue mich wirklich darüber, dass Clara mich dafür nominiert hat. Beim One Lovely Blog Award geht es darum, sieben Dinge über mich zu schreiben, die ihr (vielleicht) noch nicht wusstet und dann wiederum weitere Blogger zu nominieren, die wiederum sieben „Geheimnisse“ verraten sollen. Ein Kettenbrief-Geheimnis-Ausplaudern quasi nach folgenden Spielregeln:

  • Verlinke die Person, die dich nominiert hat und bedanke dich für die Nominierung
  • Liste die Spielregeln auf
  • Nenne 7 Fakten über dich
  • Nominiere 15 weitere Blogs

Heute geht’s also ausnahmsweise mal nicht um die Generation Y, die Arbeitswelt oder den Werte- und Gesellschaftswandel, sondern einfach nur um mich:

1. In meinem nächsten Leben werde ich Jazz-Sängerin. Das steht definitiv fest! In diesem Leben fehlt mir leider der Mut, alle Sicherheiten aufzugeben und ein unstetes Künstlerleben zu führen. Doch die Vorstellung, Nacht für Nacht durch die Bars zu tingeln und mit Jazzmusik diese geheimnisvoll-knisternde Atmosphäre zu erschaffen, fasziniert mich ungemein. Falls ich in diesem Leben jedoch mal keine Lust mehr auf das Angestellten-Dasein haben werde, werde ich einen Jazz-Club aufmachen.

2. Ich liebe Flohmärkte. Das ist wie Schatzsuche, Schnitzeljagt und Ostern in einem! Und ich kann mich dann wie blöde darüber freuen, wenn ich irgendein hübsches Teilchen für wenig Geld gefunden habe. Zum Beispiel matte weiße Porzellan-Vasen. Oder alten Schmuck. Oder Bücher. Bücher gehen immer (erst gestern wieder auf dem Münchner MidnightBazar zugeschlagen).

3. Ich koche und esse für mein Leben gern und finde es super, dass das, was uns am Leben erhält, so viel Spaß machen kann. Immer wieder zum niederknien ist für mich die Pizza beim Italian Shot im Münchner Glockenbach-Viertel. Einfach nur herrlich!

4. Die ganzen drei Jahre in der Oberstufe habe ich davon geträumt, in einer richtigen Großstadt zu studieren. Grundvoraussetzung: mindestens eine U-Bahn sollte es schon geben. Wo bin ich dann gelandet? Im beschaulichen Lingen im Emsland, wo es nicht einmal ein Studentenwohnheim gab (mittlerweile gibt’s eins, und sogar eine Mensa). Und trotzdem war es die beste, unbeschwerteste und schönste Zeit meines Lebens. Merke: Man braucht keine Großstadt, wenn man tolle Menschen um sich herum hat. Und Radfahren ist eh viel besser als U-Bahn!

5. Noch etwas zu meiner Vergangenheit: Eigentlich wollte ich während der 11. Klasse für ein High School Year in die USA gehen. Ich hätte nur noch unterschreiben müssen, habe es dann aber doch nicht getan, weil ich mich mit 16 noch nicht reif genug gefühlt habe. Ich habe diese Entscheidung nie bereut. Als ich dann mit 23 für ein halbes Jahr ins Ausland gegangen bin, war es gar kein Problem. Merke: Tue niemals etwas, weil du meinst, dass es in einen „tollen Lebenslauf“ gehört, sondern vertraue auf dein Bauchgefühl.

6. Da das ja in diesem Leben mit dem Jazzgesang nichts mehr wird, habe ich mir vorgenommen, „wenigstens“ alle Hauptstädte der EU besichtigt zu haben. Ich habe kein großes Interesse an Fernreisen, bin aber sehr von der Vielfalt der Kulturen und Sprachen in Europa fasziniert. Außerdem verplempert man nicht so viel Zeit mit der An- und Abreise. 😉 Besonders das oft nicht sehr beachtete Osteuropa finde ich superspannend. Trotz Auslandssemester in Polen war ich allerdings noch nie in Warschau. Schande über mein Haupt…

7. A propos Sprachen: Da ich nun auch im Job meine Englischkenntnisse einsetzen muss, habe ich mir vorgenommern, mal wieder englische Bücher zu lesen. Beim bereits erwähnten Flohmarktbesuch gestern haben schon zwei Exemplare den Weg in meine Tasche gefunden. Jetzt muss ich sie nur noch lesen! 😉

Soo, das war’s über mich. Jetzt sind die nächsten an der Reihe! Da es außer Clara keine Blogger gibt, die ich persönlich kenne, kann ich leider keine 15 Leute nominieren. Ich versuch’s aber zumindest mit dreien:

Es gibt keinerlei Zwang mitzumachen! Ich finde es – gerade bei stark themenbezogenen Blogs – aber eine nette Möglichkeit, etwas Persönliches über die Person, die dahinter steckt, zu erfahren.

Also dann: Viel Vergnügen!

Und beim nächsten Mal gibt’s wieder GenY-Zeug!

One Lovely Blog Award: Fakten, Fakten, Fakten

Ein bisschen Stress muss sein – Haben wir ein Luxusproblem?

Dem Handelsblatt lag neulich eine Sonderbeilage bei, die gemeinsam mit dem Philosophiemagazin „Hohe Luft“ aus Hamburg entstanden ist. Thema: Was ist gute Arbeit? Die Überschrift ist mir gleich ins Auge gesprungen, habe ich doch gerade einen ziemlich einschneidenden Wandel bezüglich meiner Arbeit erlebt (mehr dazu unten).

Auf der letzten Seite war dort ein Interview mit Holger Jung, ehemaligem Geschäftsführer der Werbeagentur Jung von Matt, abgedruckt. Da er selbst die Arbeit an den Nagel gehängt hat, wurde er dazu befragt, wie es ist, nicht mehr arbeiten zu müssen und wie man Arbeit denn angenehmer gestalten könne. Auf die Aussage des Reporters, dass doch der Druck immer weiter steigen und die Menschen zunehmend unter ihrer Arbeit leiden würde, sagte er etwas sehr Interessantes, das mir zu denken gegeben hat:

„Ich will gar nicht ausschließen, dass das so ist. Es kann aber auch gut sein, dass wir heute in einer Gesellschaft leben, in der wir uns ganz viel Reflexion leisten können, in der wir sogar, ob wir das wollen oder nicht, in die Reflexion reingeschubst werden. Man geht nach der Arbeit nach Hause, hatte einen schönen Tag und dann liest man abends, dass der Chef einen zu sehr einschränkt, dass es zu viel Stress gibt und so weiter. Da denkt man dann plötzlich: Stimmt ja alles, eigentlich darf ich gar nicht glücklich sein. Eigentlich ist ja alles furchtbar! Die Frage ist, ob wir in unserer Wohlstandsgesellschaft heute nicht ein Luxusproblem bekommen haben. Ich bin mir da nicht sicher.“

(Holger Jung, Gründer von Jung von Matt im Interview mit Dominic Vieken für die Sonderveröffentlichung „Was ist gute Arbeit“ von Handelsblatt und Hohe Luft)

Denken wir zu viel nach? Ist unser ständiges Gemecker über Stress und zu hohe Belastung unbegründet? Sind wir eigentlich zufrieden und lassen uns die Unzufriedenheit nur von anderen einreden?

Arbeit hatte von jeher nie den Sinn und Zweck, den Menschen glücklich zu machen. Man arbeitet, um zu (über)leben. Früher war das noch greifbar, da die Arbeit hauptsächlich darin bestand, als Jäger und Sammler und später als Landwirt für Nahrung zu sorgen. Das war hart und brachte den Menschen an seine körperlichen Grenzen, das Resultat der Arbeit lag jedoch vor einem auf dem Teller. Heute bekommen wir für unsere Arbeit, bei der wir in den meisten Fällen nicht einmal mehr ein greifbares Produkt herstellen, virtuelle Zahlen auf ein Bankkonto überwiesen, die wir mit kleinen Plastikkärtchen wieder ausgeben können. Die Befriedigung, etwas erschaffen zu haben, sein Leben erhalten zu können, bleibt also größtenteils aus.

Auch heute noch gehen wir arbeiten, um „unsere Brötchen zu verdienen“. Oder die Tiefkühlpizza, den Champagner, die Tofuwürstchen… Dass das nicht immer nur grandios ist, liegt in der Natur der Sache. Aber meistens ist es vermutlich wirklich gar nicht so schlimm, wie die Medien uns zurzeit einzureden versuchen. Ich glaube, Arbeit muss nicht immer sinnstiftend sein, um gut zu sein. Und mal ehrlich: So ganz ohne Verpflichtungen und Termine macht das Leben doch auch keinen Sinn.

An die Arbeit! Alle jammern über Stress. Warum?
An die Arbeit! Alle jammern über Stress. Warum?

Ich selbst hatte jetzt über ein Jahr lang einen Job, der mich wenig bis gar nicht gefordert hat und ich muss sagen: Langeweile kann auch sehr anstrengend sein! Sie macht müde, fantasielos und träge. Wie oft habe ich die Kollegen beneidet, die ständig neue Aufgaben bekamen, deren Telefon andauernd klingelte und die sich kaum vor der E-Mail-Flut retten konnten. Die wiederum haben mich beneidet, wenn ich darüber geklagt hab, dass so wenig zu tun sei. „Das würde ich mir auch mal wünschen“ habe ich da öfter gehört. Ich kann es niemandem empfehlen.

Gottseidank habe ich seit dem 1. Oktober einen neuen Job, der spannende Herausforderungen und keine bis Langeweile im Minusbereich verspricht. Ich muss sagen: Das Gefühl, gebraucht zu werden kann ziemlich glücklich machen, auch wenn es mit etwas Stress daherkommt.

Ein bisschen Stress muss sein – Haben wir ein Luxusproblem?